Wirkstoffe
Was ist Retinol und was bewirkt es?
Retinol gehört zur Vitamin-A-Familie (Retinoide). Es beschleunigt die Zellerneuerung und wirkt auf feine Linien, raues Hautbild, Pigmentflecken und Akne, kann bei falscher Anwendung aber reizen.
Kurz gesagt
- Geeignet für
- Feine Linien und Falten, raues Hautbild, Sonnenflecken, Akne bei Erwachsenen
- Übliche Konzentration
- Start mit 0,1–0,3 %; nach Gewöhnung 0,5–1 %
- Wann
- Nur abends; mit 2–3 Abenden pro Woche beginnen
- Passt gut zu
- Feuchtigkeitscreme, Ceramide, Hyaluronsäure, Niacinamid; morgens Sonnenschutz
- Vorsicht
- AHA/BHA-Säuren und Benzoylperoxid am selben Abend; nicht in Schwangerschaft und Stillzeit
Was ist Retinol?
Retinoide ist der Sammelbegriff für Vitamin-A-Derivate. In der Haut wirkt die Retinsäure; Retinol wird in zwei Schritten in Retinsäure umgewandelt. Daher ist es milder als verschreibungspflichtige Retinoide wie Tretinoin und rezeptfrei in Kosmetik erhältlich. Retinal (Retinaldehyd) braucht nur einen Schritt und ist etwas stärker als Retinol.
Wirkung auf die Haut
Retinoide beschleunigen die Erneuerung der Hautzellen und unterstützen die Kollagenbildung. Bei regelmäßiger Anwendung werden feine Linien weicher, das Hautbild glatter, Sonnenflecken heller und Poren verstopfen seltener. Deshalb werden sie sowohl bei Hautalterung als auch bei Akne eingesetzt.
Die Wirkung kommt langsam: Hautbild und Ausstrahlung verbessern sich in einigen Wochen, feine Linien meist erst nach 3–6 Monaten.
Anwendung
Abends reicht eine erbsengroße Menge auf sauberer, trockener Haut. Augenpartie, Nasenflügel und Mundwinkel aussparen. Anfangs an zwei bis drei Abenden pro Woche verwenden und steigern, wenn sich die Haut gewöhnt hat. Bei Trockenheit hilft es, zuerst Creme und darüber Retinol aufzutragen (Puffer-Methode).
Retinol macht die Haut sonnenempfindlicher. Trage während der Anwendung jeden Morgen Breitbandsonnenschutz auf.
Worauf du achten solltest
In den ersten Wochen können Trockenheit, Schuppung, Rötung und vorübergehend mehr Unreinheiten (Purging) auftreten. AHA/BHA-Säuren oder Benzoylperoxid am selben Abend verstärken die Reizung; wechsle die Abende ab. Retinoide sollten in Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwendet werden. Bei Ekzemen, Rosazea oder sehr empfindlicher Haut sprich mit deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter sollte man mit Retinol beginnen?
Es gibt kein festes Alter. Gegen Akne kann es schon als Teenager genutzt werden; zur Vorbeugung von Hautalterung beginnen viele nach 25–30. Wichtig ist, niedrig dosiert und langsam zu starten.
Kann man Retinol mit Vitamin C kombinieren?
Besser zu verschiedenen Zeiten: Vitamin C morgens, Retinol abends. So sinkt das Reizrisiko und du nutzt die antioxidative Wirkung von Vitamin C tagsüber.
Kann man Retinol im Sommer verwenden?
Ja, solange du jeden Morgen Sonnenschutz aufträgst und tagsüber nachcremst. In sonnenreichen Urlauben ist eine Pause ebenfalls eine Option.
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ist keine medizinische Beratung. Wenn du eine Hauterkrankung hast, schwanger bist oder regelmäßig Medikamente nimmst, sprich vor einem neuen Wirkstoff mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen.
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