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Ratgeber

Wofür ist Sonnencreme gut und wie wählst du sie aus?

Sonnencreme schützt die Haut vor den ultravioletten (UV) Strahlen der Sonne. Neben dem Schutz vor Sonnenbrand ist sie das wirksamste Mittel gegen Pigmentflecken, vorzeitige Hautalterung und das Hautkrebsrisiko. Deshalb ist täglicher Sonnenschutz fast die einzige Empfehlung, bei der sich alle Dermatologen einig sind.

4 Min. Lesezeit Aktualisiert:

Sonnencreme

Platz in der Routine

  1. Reinigen
  2. Klären
  3. Behandeln
  4. Pflegen
  5. Schützen

Was bedeuten UVA, UVB und LSF?

Zwei Arten von UV-Strahlen der Sonne erreichen die Haut. UVB-Strahlen wirken auf die oberste Hautschicht und sind die Hauptursache für Sonnenbrand. UVA-Strahlen dringen tiefer ein und gehen durch Wolken und Glas; sie sind maßgeblich an Pigmentflecken, Falten und Elastizitätsverlust beteiligt. Beide erhöhen das Hautkrebsrisiko.

Der LSF (Lichtschutzfaktor, englisch SPF) gibt nur den Schutz vor UVB an. Unter Laborbedingungen filtert LSF 30 etwa 97 % der UVB-Strahlen, LSF 50 etwa 98 %. Der Unterschied wirkt klein, ist aber für die Strahlenmenge, die die Haut erreicht, bedeutsam; und weil im Alltag kaum jemand genug aufträgt, bietet ein höherer LSF einen Sicherheitspuffer.

Woran erkennst du UVA-Schutz?

Achte auf dem Etikett neben dem LSF immer auf den UVA-Schutz. Bei in Europa verkauften Produkten zeigt das eingekreiste „UVA“-Logo, dass der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des LSF beträgt. Asiatische Produkte nutzen das PA-System: PA+ ist der niedrigste, PA++++ der höchste UVA-Schutz. In den USA achtet man auf die Angabe „broad spectrum“ (Breitband).

  • LSF 30 und höher: das Minimum für den Alltag
  • LSF 50 und höher: bei vielen Stunden draußen, Neigung zu Pigmentflecken oder bei Retinol und Säuren
  • Eingekreistes UVA-Logo, PA+++ / PA++++ oder die Angabe „broad spectrum“
  • Getönte Formeln bei Pigmentflecken und Melasma: Ihre Eisenoxide schützen auch vor sichtbarem Licht

Mineralisch oder chemisch?

Die Filter in Sonnencremes teilen sich in zwei Gruppen. Mineralische (anorganische) Filter sind Zinkoxid und Titandioxid; sie werden oft bei empfindlicher Haut und für Babys bevorzugt, können aber vor allem auf dunkler Haut einen weißen Film hinterlassen. Chemische (organische) Filter ermöglichen leichtere, transparente Texturen; die meisten heutigen Sonnencremes kombinieren beide Gruppen.

Entscheidend ist nicht, welche auf dem Papier besser ist, sondern welche du jeden Tag gern aufträgst. Eine Sonnencreme, die du meidest, schützt nicht, egal wie gut sie klingt.

Auswahl nach Hauttyp

Die Textur entscheidet am meisten darüber, ob du deine Sonnencreme wirklich täglich benutzt.

  • Fettige und zu Unreinheiten neigende Haut: Gel, Fluid oder mattierende Produkte mit dem Hinweis „nicht komedogen“
  • Trockene Haut: Cremetexturen mit feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen wie Glycerin, Ceramiden oder Squalan
  • Empfindliche Haut und Rosazea: parfümfreie, alkoholarme, überwiegend mineralische Formeln
  • Pigmentflecken und Melasma: LSF 50+, hoher UVA-Schutz und möglichst eine getönte Formel
  • Sport und Baden: wasserfeste Produkte; trotzdem nach dem Abtrocknen nachcremen

Die richtige Menge und Anwendung

Der LSF auf dem Etikett wird mit 2 Milligramm pro Quadratzentimeter gemessen. Für Gesicht und Hals ist das etwa ein Viertel Teelöffel, praktisch zwei Streifen Produkt über die Länge von Zeige- und Mittelfinger. Trägst du nur die Hälfte auf, sinkt der tatsächliche Schutz deutlich.

Trage die Sonnencreme als allerletzten Schritt deiner Morgenroutine auf, nach der Feuchtigkeitspflege und vor dem Make-up. Vergiss Ohren, Hals, Nacken und Handrücken nicht. Im Freien etwa alle zwei Stunden nachcremen, und direkt nach dem Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen.

Kompaktpuder oder Sprays mit LSF sind praktisch zum Nachlegen über Make-up; allein liefern sie aber nicht genug Produkt und ersetzen das Eincremen am Morgen nicht.

Häufige Fehler

  • An bewölkten Tagen oder im Winter darauf verzichten: UVA-Strahlen kennen weder Jahreszeit noch Wolken
  • Sich auf den LSF in Foundation oder Tagescreme verlassen: Davon trägt man nie genug auf
  • Den ganzen Tag draußen mit nur einem Auftrag am Morgen verbringen
  • Die Sonnencreme vom letzten Sommer verwenden, die in der Hitze lag oder abgelaufen ist
  • Einen hohen LSF als Freibrief für längeres Sonnenbaden sehen

Häufige Fragen

Brauche ich Sonnencreme zu Hause oder im Büro?

Ja, wenn du lange am Fenster sitzt, denn UVA-Strahlen gehen durch Glas. Bist du den ganzen Tag drinnen und weit weg von Fenstern, reicht meist der Auftrag am Morgen.

LSF 50 oder LSF 30?

Für den Stadtalltag reicht den meisten LSF 30. Wähle LSF 50, wenn du viele Stunden draußen bist, zu Pigmentflecken neigst oder Produkte verwendest, die die Haut empfindlicher machen, etwa Retinol und Säuren.

Kann Sonnencreme Pickel verursachen?

Schwere, fettige Formeln können bei zu Unreinheiten neigender Haut Probleme machen. Probiere Gel- oder Fluidtexturen mit dem Hinweis „nicht komedogen“ und entferne die Sonnencreme abends gründlich; bei fettiger Haut bewährt sich die doppelte Reinigung.

Wann sollte man Sonnencreme auftragen?

Ein paar Minuten vor dem Rausgehen, als letzten Schritt der Morgenroutine. Bei chemischen Filtern wird meist empfohlen, sie etwa 15 Minuten vorher aufzutragen.

Dürfen Babys Sonnencreme verwenden?

Bei Babys unter sechs Monaten werden Schatten, Hut und Kleidung statt Sonnencreme empfohlen. Für ältere Kinder eignen sich mineralische Produkte speziell für Babys und Kinder; im Zweifel frag die Kinderärztin oder den Kinderarzt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ist keine medizinische Beratung. Wenn du eine Hauterkrankung hast, schwanger bist oder regelmäßig Medikamente nimmst, frag vor einem neuen Produkt deine Hautärztin, deinen Hautarzt oder in der Apotheke nach.

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